Rückblicke und Berichte auf die Historie des LAC Quelle Fürth

Schneller Jäger

FÜRTH (sboeh) - Die folgende Geschichte hatte man nicht auf dem Facebook-Profil von Deutschlands schnellstem Mann nachlesen können, es gab dazu kein Bild auf seinem Instagram-Kanal zu sehen, per Twitter hat er sie auch nicht verbreitet. Vielleicht macht das allein diese kleine Geschichte über Julian Reus besonders erzählenswert: Ende Juli war die deut­sche Leichtathletik in Nürnberg zu Gast. Das war gut für die Leichtathletik, weil sie auch im eigenen Land auf einer größeren Bühne gefeiert wurde. Für die Stadt war es gut, weil die Fotos von Weitspringern über der Frauenkirche in keinem Jahres­rückblick fehlen dürfen. Für junge Leichtathletik­fans aber war es sehr gut. Ja, es gibt Fans dieser greisen Sportart, junge noch dazu. Fans wie Sarah Schwab vom LAC Quelle Fürth, die selbst rennt und in Bayern zu den großen Talenten zählt.

Im Frankenstadion half sie zwei Tage lang mit und war ihren Stars so nahe, dass auf ihrem T-Shirt irgendwann kein Platz mehr für weitere Namen war. Das Kleidungsstück mit den Unterschriften von international konkurrenzfähigen Sportlern, die unbekannter sind als jeder Zweitligafußballer, die junge Leichtathleten aber gerade deshalb in Aufregung versetzen, war so begehrt, dass es plötzlich verschwunden war – und Sarah untröstlich.

Julian Reus wurde dreimal Deutscher Meister in Nürnberg. Er war Posterboy und Star. Und er hat trotzdem mitbekommen, was Sarah passiert ist. In Peking wurde er deshalb selbst zum Autogrammjäger. Sein Nationaltrikot mit den Unter­schriften des deutschen WM-Teams hat er Sarah dann einfach zukommen lassen, ohne selbst davon zu profitieren.

Der schnellste Mann dieses Landes war einfach nur: nett.

Sebastian Böhm

(erschienen in den Nürnberger Nachrichten)

 

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