Rückblicke und Berichte auf die Historie des LAC Quelle Fürth

Von Aichach über Fürth in die große Welt – Harald Schmaus wird 60

FÜRTH (boe) - Ein Oberbayer in Franken heimisch, das ist fast so, als versetze man jemanden von der Ostseeküste nach Garmisch–Partenkirchen. Es ist gelungen - und wie. Bei unserem Harald Schmaus, seit nunmehr 40 Jahren mit kurzen Unterbrechungen in Fürth ansässig, trifft das zu. 60 Jahre wird er nun alt, der zum Franken mutierte aus Aichach stammende Altbayer.

Herzlichen Glückwunsch von deinem LAC und bleib uns weiter so treu verbunden wie bisher.

Der Lehrling

Als Handballer beim TSV Aichach ging es mit dem Sport los. Bereits 1969 als 15-Jähriger wird er als Bester B-Jugendlicher Bayerns mit 2:00.6 min und 2:46.8 min über 1000 m registriert. Unter seinem „Trainervater“, dem Österreicher Franz Peterlik, ging es im Dress der „60er“ aus München weiter aufwärts. Bayerische B-Jugend Bestleistung über 400 m in 51.9 sek zum Jahresabschluss im Dantestadion und der Bayerische Titel der B-Jugend über 800 m in Bad Reichenhall waren die Höhepunkte des Jahres 1970. Harald Schmaus galt als eines der größten Mittelstreckentalente Bayerns und damit auch Deutschlands. Und das war in Bayern gar nicht so selbstverständlich, denn die Jahrgänge 1953/54 waren wahrscheinlich die Besten im Laufbereich in der Geschichte der Bayerischen Leichtathletik Ein paar heute noch bekannte Namen als Beweis: Günther Zahn, Alfred Rupp, Willi Holler, Eberhard Helm, Heinz Meier. Alle standen in der Deutschen Spitze oder gelangten sogar zu internationalen Meriten. Im vorolympischen Jahr 1971 steigerte sich Harald auf 1:55.1 min und lief erstmals die 1500 m in 4:17.9 min über 1500 m. In diesem Jahr kam es zum ersten und einzigen Versuch über die „Böcke“ (4:32.2 min 1500 m Hindernis). Nebenbei wurde er noch überlegen Bayerischer Jugendmeister in der damaligen Läuferhochburg Waldkraiburg über 800 m. Olympia 1972 in München kam als Ziel für den 18Jährigen natürlich noch nicht in Frage, aber zur Motivation für die weitere Karriere trug „Olympia dahoam“ kräftig bei. In seinem letzten Jugendjahr entdeckte Harald auch seine Freude an der Mannschaft in der Leichtathletik, der Staffel. Er gewann mit seinen Kumpels von den 60ern aus München die bayerischen Meistertitel 4 x 400 m Junioren und 3 x 1000 m Jugend. Die Freude an diesen Gemeinschaftserlebnissen setzt sich in seiner ganzen Laufbahn als Athlet und auch als Trainer fort. 49.7 sek über 400 m, 1:52.6 min (800 m) und hervorragende 2:25.7 min (1000 m) standen Ende des Jahres in den Bestenlisten.


Der Geselle

Der Einstieg bei den Aktiven brachte ihm bei brütender Hitze in Deggendorf den dritten Platz bei den Bayerischen in 1:52.6 min ein und insgesamt stabilisierten sich seine Leistungen (49.7 sek, 1:51.8 min, 2:25.0 min) 1973. Schade natürlich auch, dass sich die Hoffnung auf eine Teilnahme an den in Duisburg stattfindenden Junioren Europameisterschaften nicht erfüllte. Bei den Deutschen Junioren in Sindelfingen waren der spätere Weltmeister „Williiiii“ Wülbeck und Klaus Scheidsteger die Besseren und so musste Harald Schmaus sich am Niederrhein mit der Zuschauerrolle begnügen.

Nach dieser Enttäuschung musste sich etwas verändern. Der Umzug ins fränkische nach Fürth stand an. Von zuhause weg, ein neuer Lebensabschnitt begann. Im Winter, beim ersten Auftritt im gelb – blauen Trikot, gleich Zweiter bei der Bayerischen Halle hinter Altmeister Hardy Händl aus Ingolstadt. Im Sommer die Steigerung auf 1:50.2 min und der bayerische Titel mit der 4 x 800 m Staffel. Für Alt LAC’ler die Aufstellung: Willi Holler, Roland Ziegler, Harald Schmaus und Günther Sperber. Ende September fand im hessischen Obersuhl die Deutschen Staffelmeisterschaften statt. In Steinwurf Nähe der „Zonengrenze“ liefen Harald Schmaus, Hans Bruckmeier, Roland Ziegler und Willi Holler in 15:49.6 min auf einen 4. Platz in der 4 x 1500 m Staffel. Deutscher Meister wurde übrigens ASC Wella Darmstadt mit dem späteren Fürther Urgestein Reinhard Leibold. Ja, der Marathonläufer konnte auch mal 1500 m „sprinten“.

1975 erlief sich der 21 Jährige den bayerischen Junioren Titel über 800 m und mit der 4 x 400 m Staffel sowie mit der 4 x 800 m Staffel der Aktiven. 1:50.2 min, 2:23.2 min, 3:46.7 min waren seine Jahresbestzeiten auf den Mittelstrecken. Ende September kam es in Bonn – Bad Godesberg bei den Deutschen Staffelmeisterschaften zur Revanche gegen den ASC Darmstadt (ohne Reinhard Leibold). Harald Schmaus, Hans Bruckmeier, Willi Holler und Günther Zahn ließen den Gegnern aus Darmstadt und Leverkusen (mit Wellmann, Wessinhage) keine Chance und gewannen deutlich mit einer der besten, jemals in Deutschland gelaufenen Zeit (15:16.6 min) die 4 x 1500 m Staffel.

Der Meister

Montreal, die Olympischen Spiele 1976 waren ein weit entferntes Ziel, vor allem bei der deutschen Konkurrenz Wellmann, Wessinhage und Fleschen. Im Winter gab es einen 4. Platz mit Seelig und Ziegler über 3 x 1000 m bei den „Deutschen“ in Dortmund. Der Sommer begann mit den bayerischen Titeln über 800 m und dem obligatorischen mit der 4 x 800 m Staffel. Am 9. Juli bekam Harald Schmaus eine Einladung in den Züricher Letziggrund zum berühmten Meeting des LC Zürich. Hoch motiviert lief er über 1500 m 3:40.2 min zugleich Bayerischen Rekord. Bei den Deutschen Meisterschaften Anfang August im Frankfurter Waldstadion ging es um Olympia. Karl Fleschen blieb als Dritter in 3:41.9 min vor Harald Schmaus in 3:42.4 min und wurde für Montreal nominiert. Schade. Aber die Saison war noch nicht zu Ende. Es musste noch eine vernünftige Zeit über 800 m her. Die Militär Weltmeisterschaften (CISM) in Rio de Janeiro waren die ideale Gelegenheit, um dies in die Tat umzusetzen. Der Lohn war die Silbermedaille und persönliche Bestzeit 1:48.6 min. Rio und der Besuch im Maracana Stadion (dem Original) bei einem Fußballspiel waren wahrscheinlich auch die Inspiration für seine späteren Besuche als Zuschauer bei Olympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften in aller Welt.

Kaum zurück aus Brasilien standen die geliebten Staffel Meisterschaften auf dem Programm und wieder gegen die Leverkusener und den Olympiadritten Paul Heinz Wellmann. Diesmal sprang ein zweiter Platz heraus. Zum Abschluss des Jahres repräsentierte er auch noch Deutschland und den DLV beim Länderkampf in Brüssel gegen Holland und Belgien. Drei Bestleistungen, über 1000 m lief er 2:22.0 min, Starts in Rio und Zürich, das Jahr 1976 war der Höhepunkt in der Laufbahn des Harald Schmaus. Es ging noch einige Jahre und Titel weiter, jedoch irgendwann holte ihn, wie fast jeden Leistungssportler in der Leichtathletik, der Beruf ein. Beim „Daimler“ in Sindelfingen absolvierte er eine interne Ausbildung und arbeitete danach in der Mercedes Benz Niederlassung Nürnberg.

Der Ausbilder

Die Leichtathletik lässt einen richtigen Individualisten nicht los. Und so wurde aus dem Mittelstreckler Harald Schmaus, der Mittelstrecken Trainer Harald Schmaus. Jahrzehnte lang führte er junge Läufer zur bayerischen, deutschen und internationalen Spitze. Am weitesten brachte er es mit seinem neuseeländischen Schützling Jason Stewart, den er zu Weltmeisterschaften, Commonwealth Games und zu Olympischen Spielen führte. Christine Stief lief bei Junioren Weltmeisterschaften, Ute Haak war Stammgast im Deutschen Endlauf über 1500 m. Langjährige Beobachter der bayerischen Leichtathletik Szene können auch mit den Namen Felber, Heindel, Vollenbröker, Volpert, Hülsenbeck, Reinert, Reuter, Pfränger und nicht zuletzt Ute Reitmeier, die spätere Frau Schmaus, etwas anfangen. Sie gehörten alle zur bayerischen Spitze und wurden von unserem Jubilar trainiert. (Ich bin mir sicher, dass einige Athleten vergessen wurden. Man möge mir verzeihen.) Auf seine „alten Tage“ tut er sich noch einmal eine ganz junge Truppe von Läufern an und vielleicht werden die Weinländers, Tippmann und Co einmal seine Trainer „Doktorarbeit“.

Nachdem du ja bald 50 Jahre am Sportplatz stehst, hoffe ich mit Dir noch ein paar Jahre auf mancher Gegengerade über Zwischenzeiten und die große und kleine Läuferwelt zu diskutieren. Zum Schluss noch ein Wort vom Norwegischen Philosophie Professor Dr. Arne Leibusch, das gut zu Harald, aber auch zu vielen anderen Leichtathleten passt: Die Verrückten und Unangepassten sind nicht die Bequemsten, aber die Besten.

Herzlichen Glückwunsch von deinem LAC und bleib uns weiter so treu verbunden wie bisher.

Bertram Böhm

Kommende LAC-Veranstaltungen

01.12.2018

LAC Sprintcup 2018


13.01.2019

Nordbayerische Meisterschaften M/F, U18


19.01.2019

Nordbayerische Meisterschaften Stabhochsprung U16, U20  + Rahmenwettkampf M/F


26./27.01.2019

Bayerische Meisterschaften M/F, U18


17.02.2019

Bayerische Meisterschaften Hallenmehrkampf


06.04.2019

16. Fürther Stadtwaldlauf


24.05.2019

4. Tiergartenlauf Nürnberg


Vergangene LAC-Veranstaltungen

07.10.2018

35. Fürther Kirchweihlauf


Ausrüster

adidas

Spendenprojekte

Förderverein

Förderung von Jugendlichen im Leichtathletikcentrum des LAC Quelle Fürth 

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Auszeichnungen

  • BLV Bayern Star "Wettkampfwesen" 2016
  • Nachwuchspreis BLV Bezirk  Mfr. 2015
  • BLV Bayern Star "Nachwuchs" 2014
  • Mannschaftsleistung des Jahres 2014
  • Grünes Band des DOSB 2013
  • Nachwuchspreis BLV Bezirk  Mfr. 2012
  • BLV Bayern Star "Nachwuchs" 2012
  • Auszeichnugn BLV Talentezentrum 2010
  • Nachwuchspreis BLV Bezirk  Mfr. 2010
  • Auszeichnugn BLV Talentezentrum 2007