Rückblicke und Berichte auf die Historie des LAC Quelle Fürth

HÖHER – SCHNELLER - WEITER: 120 Jahre Leichtathletik in Deutschland – 120 Jahre Veränderungen

FÜRTH (boe) - Im Jahr 1893 versuchte ein Deutscher Amateur Athletik Verband (DAAV) die Leichtathletik zu organisieren. Seitdem gibt es keinen Stillstand beim Laufen, Springen und Werfen. Veränderungen sowohl im sportlichen, im organisatorischen als auch im technischen Bereich zogen meist große Diskussionen in den Verbandsgremien nach sich. Beispielhaft sei hier die Veränderung im Hochsprung vom Scherensprung über Roller und Straddle zum Fosbury Flop genannt. Aber auch die Fortschritte in der Leichtathletik „Technologie“ zeigen die Entwicklung von der Industrialisierung bis zum Computerzeitalter als ein Stück Sportgeschichte auf.

 

Aschenbahn – was ist das?

Ein Aufbau von Schlacke, Schotter und schwarzer Erde, später roter Erde sorgten bei entsprechender Pflege (mancher Platzwart streute noch etwas Zement obendrauf) für eine harte Oberfläche der Laufbahn. Durch Abziehen, Sprühen mit Wasser und Walzen konnten Fachleute wunderbare Bahnen für die Athleten erstellen. Die Bahnen und Markierungen mussten vor jedem Sportfest neu gezogen werden. Was für eine Arbeit!

Bis in die 1930iger Jahre gehörte in die Sporttasche der Sprinter noch eine kleine Schaufel. Damit wurden die Startlöcher in die Bahn gegraben. Man kann sich vorstellen, wie bei schlechtem Wetter der Start nach hinten losging. Ab den 50igern kam der „Berg“ Startblock dem Heutigen schon sehr nahe. Er wurde mit 2 Nägeln und einem Hammer im Boden befestigt.

Mit den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko City kam es zur Revolution. Die Kunststoffbahn kam auf. Die Firma „3M“ entwickelte unter dem Markennamen „Tartan“ einen Kunststoff, der die Leichtathletik revolutionieren sollte. In Deutschland entstanden die ersten Bahnen in Berlin, Bonn, Stuttgart und man höre und staune in Lüdenscheid. Heute gehört zur Ausstattung jeder Leichtathletik Anlage eine Kunststoffbahn.

Diese Veränderung im Bodenbelag zog auch eine gravierende Erneuerung des Schuhwerks, sprich den Spikes nach sich. Während am Beginn des 20 Jahrhunderts Schuhmacher handgemachte Laufschuhe mit Nägeln bestückten, die nach längerem Gebrauch neu geschliffen und angespitzt werden mussten, erfand der Herzogenauracher Schuhfabrikant Dassler in den 1960ern den Spike mit wechselbaren Dornen. Endlich konnten jetzt die Dornen in ihrer Länge variiert werden und nicht nur 15 bis 20mm Nägel bei jeden Bedingungen eingesetzt werden. In South Lake Tahoe (USA) erzielten US Sprinter in der Höhe von 1909 m mit dem Bürstenschuh sagenhafte Weltrekorde. Heute - nach Verbot in der Leichtathletik - noch bei den Bobfahrern zu bewundern. Es war also ein weiter Weg vom schweren Lederschuh zur superleichten High Tech Konstruktion 2013.

Und wer kennt heute noch ein Zielband (doch, Athleten unseres ehemaligen Cheftrainers Claus Eidam kennen zumindest das Wort Zielbandannahme), das zur besseren Erkennung des Siegers bzw. dessen Zeit für die Zeitnehmer mit ihren Stoppuhren wichtig war. Übrigens das Zielband war kein Band, sondern ein Wollfaden, der zwischen zwei Pfosten an der Ziellinie gespannt war.

Marathon und seine Brüder

Eine besondere Entwicklung nahmen auch die Mittel-, Lang- und Straßenläufe. Speziell die Frauen mussten Jahrzehnte kämpfen bis längere Strecken eingeführt wurden. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurden als längste Strecke die 1500 m eingeführt und erst 1984 in Los Angeles kamen 3000 m und Marathon dazu. Als Vorreiter für den Frauen Langstreckenlauf galt der Waldnieler Arzt Dr. Ernst van Aaken, der die ersten Frauenläufe in Deutschland organisierte.

Großer Diskussionspunkt unter Läufern war und ist die ordentliche Vermessung von Straßenläufen. Während vor allem die großen Marathons wie Berlin, Frankfurt oder Hamburg absolut exakt vermessen wurden, gibt es bis heute Strecken mit einem „Geschmäckle“. und wenn es nur das großzügige Abkürzen von Kurven ist. Bei den Straßenläufen taucht heutzutage auch wieder das oben beschriebene Zielband auf, allerdings nur als Werbung für den Sponsor des Laufes.

Vom Hürdenspringen zum –überlaufen

Der Hürdenlauf gehört zum beständigsten Unbeständigen in der Leichtathletik. Es änderten sich im Laufe der Zeit in allen Altersklassen die Abstände zwischen den Hürden. Aus schweren Holzhindernissen wurden relativ leichte Stahl- bzw. Aluhürden. Die Disqualifikation nach einem Reißen einer Hürde wurde schon Ende der 1920er Jahre abgeschafft.

Die Frauen liefen von 1932 bis 1968 über die 80 m lange Hürdenstrecke und ab 1972 wurden Rekorde über 100 m Hürden erzielt. Nach einigen Versuchen in den 1960er Jahren über 200 m Hürden, unter anderem bei einem Länderkampf mit den USA, durften die Frauen auch in der Männerdomäne Langhürden mitmachen.

Die einsamsten und härtesten Athleten

Sehr konstant dagegen ist das Gehen. Außer einigen Regeländerungen (Beinstrecken etc.) sah sich diese Wettkampfform nur wenigen Reformen unterworfen. Besonders schwer war es auch hier für die Frauen. Erst 1980 erreichten sie, dass die 5 km ins deutsche Meisterschaftsprogramm aufgenommen wurden.

Fortsetzung Wurf, Sprung und Sonstiges demnächst auf dieser Seite.

Bertram Böhm

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Kommende LAC-Veranstaltungen

07.10.2018

35. Fürther Kirchweihlauf


Vergangene LAC-Veranstaltungen

08.06.2018

Tiergartenlauf Nürnberg


14.04.2018

15. Fürther Stadtwaldlauf


03.03.2018

Landesoffenes Hallensportfest U14/U12


24.02.2018

Bayerische Hallen-Mehrkampfmeisterschaften M/F, U18, U16


03.02.2018

Bayerische Hallenmeisterschaften U20 und AK 15


27.01.2018

29. LAC Senioren-Hallensportfest


14.01.2018

Nordbayerische Meisterschaften M/F, U18


 

02.12.2017

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Förderung von Jugendlichen im Leichtathletikcentrum des LAC Quelle Fürth 

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Auszeichnungen

  • BLV Bayern Star "Wettkampfwesen" 2016
  • Nachwuchspreis BLV Bezirk  Mfr. 2015
  • BLV Bayern Star "Nachwuchs" 2014
  • Mannschaftsleistung des Jahres 2014
  • Grünes Band des DOSB 2013
  • Nachwuchspreis BLV Bezirk  Mfr. 2012
  • BLV Bayern Star "Nachwuchs" 2012
  • Auszeichnugn BLV Talentezentrum 2010
  • Nachwuchspreis BLV Bezirk  Mfr. 2010
  • Auszeichnugn BLV Talentezentrum 2007